Ophelia sagt diesen Satz, nachdem sie über den Tod ihres Vaters Polonius und Hamlets Zurückweisung den Verstand verloren hat. Mitten in wirren Liedern und Andeutungen steht diese klare, fast weise Zeile. Im Stück klingt sie tragisch, denn Ophelia ahnt nicht, dass sie bald sterben wird. Herausgelöst wird sie heute meist hoffnungsvoll gelesen: Wer wir jetzt sind, legt nicht fest, wer wir noch werden können. Wichtig für die Übersetzung: „what we may be“ heißt „was wir sein können“, nicht „was wir sind“.
Quelle: William Shakespeare, „Hamlet“, 4. Akt, 5. Szene, um 1601. Gesprochen von Ophelia.