Macbeth spricht den Satz beiseite, nachdem die Hexen ihm vorausgesagt haben, er werde König, und sich ein erster Teil der Prophezeiung bereits erfüllt hat. Er schwankt zwischen Ehrgeiz und Furcht und tröstet sich damit, dass auch der schwerste Tag irgendwann vorübergeht. Der Satz ist sprichwörtlich geworden als Zuspruch in schweren Zeiten: Die Zeit läuft weiter, und mit ihr endet auch das Bedrückende. Im Original steht „runs“ in der Einzahl, weil Shakespeare „Zeit und Stunde“ als Einheit behandelt. In der klassischen deutschen Übersetzung aus der Schlegel-Tieck-Ausgabe übertrug Dorothea Tieck die Stelle mit „den rauhsten Tag“.
Quelle: William Shakespeare, „Macbeth“, 1. Akt, 3. Szene; entstanden um 1606, gedruckt 1623 in der First Folio.