Sartre formulierte den Gedanken in seiner umfangreichen Studie über den Schriftsteller Jean Genet, der als Waisenkind und junger Dieb früh zum Außenseiter gestempelt worden war. Sartre zeigt, wie Genet dieses Etikett annahm und daraus sein Werk machte. Im Original heißt es, wir seien keine Lehmklumpen; wichtig sei nicht, was man aus uns gemacht habe, sondern was wir selbst aus dem machen, was man aus uns gemacht hat. Darin steckt der Kern von Sartres Existenzialismus: Umstände prägen uns, aber sie legen uns nicht fest. Im Deutschen ist vor allem die längere Fassung bekannt.
Quelle: Jean-Paul Sartre, „Saint Genet, comédien et martyr“ (Saint Genet, Komödiant und Märtyrer), 1952. Die englische Kurzform mit dem Wort „Freiheit“ ist eine freie Verdichtung des französischen Originals.