Der amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr verwendete das Gebet in Predigten. Seine ursprüngliche Fassung war in der Wir-Form gehalten und etwas länger. Weltberühmt wurde es, als die Anonymen Alkoholiker die Ich-Form in ihr Programm übernahmen. In Deutschland wird es oft Friedrich Christoph Oetinger (18. Jahrhundert) zugeschrieben. Das ist ein Irrtum: Der Pädagoge Theodor Wilhelm veröffentlichte es 1951 unter dem Pseudonym „Friedrich Oetinger“. Der Kern des Gebets ist die Unterscheidung zwischen dem, was man ändern kann, und dem, was man annehmen muss.
Quelle: Reinhold Niebuhr, „Gelassenheitsgebet“ (Serenity Prayer), entstanden um 1932 (frühester Beleg: Tagebucheintrag der YWCA-Mitarbeiterin Winnifred Wygal vom Oktober 1932, erster Druck 1933; von Niebuhr selbst erst 1951 veröffentlicht). Die heute verbreitete Kurzfassung stammt aus dem Umfeld der Anonymen Alkoholiker (ab 1941).