Der Satz stammt aus Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ und steht dort unter den Aufzeichnungen aus Ottilies Tagebuch. Im Original ist er knapper als die englische Fassung, die mit „hoffnungslos“ und „fälschlicherweise“ zwei Verstärkungen hinzufügt. Wer die englische Version wörtlich zurückübersetzt, landet bei „Niemand ist hoffnungsloser versklavt …“, Goethes eigene Worte klingen aber anders. Gemeint ist: Wer seine Unfreiheit nicht bemerkt, hat keinen Anlass, sich aus ihr zu befreien. Darum wird der Satz gern in Debatten über Manipulation, Konsum und politische Mündigkeit zitiert.
Quelle: Johann Wolfgang von Goethe, „Die Wahlverwandtschaften“ (1809), Zweiter Teil, 5. Kapitel, aus Ottilies Tagebuch. Die verbreitete englische Fassung ist eine freie Übertragung.