Der Satz steht in Rousseaus Briefroman „Julie oder Die neue Héloïse“, dem großen Bestseller des 18. Jahrhunderts. Julie schreibt ihn ihrem Geliebten Saint-Preux, der ungeduldig auf eine gemeinsame Zukunft drängt, und bittet ihn, abzuwarten. Rousseau hat den Gedanken nicht erfunden, ähnliche Sprüche kursierten schon lange als Volksweisheit und werden auch Aristoteles zugeschrieben. Das Bild ist einfach: Warten schmeckt bitter, doch was reif geworden ist, ist umso süßer. Im Deutschen ist der Satz als „Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß“ geläufig, oft auch ohne Autorangabe.
Quelle: Jean-Jacques Rousseau, „Julie oder Die neue Héloïse“ (Julie ou la Nouvelle Héloïse), 1761, Erster Teil, in einem Brief Julies; im Original französisch. Der Gedanke ist älter und wird auch Aristoteles oder als Sprichwort überliefert.