Edvard Munch, der Maler des „Schreis“, hat neben seinen Bildern viele Notizbücher mit Gedanken über Liebe, Krankheit und Tod gefüllt. In einer Aufzeichnung von 1890 beschreibt er den Geruch feuchten Laubs und die Vorstellung, nach dem Tod in Pflanzen und Blumen weiterzuleben. Die heute zitierte Zeile ist eine knappe Zusammenfassung dieser Passage, kein wörtliches Zitat. Der Gedanke ist naturphilosophisch, nicht religiös: Nichts geht verloren, der Körper kehrt in den Kreislauf der Natur zurück. Gerade weil Munch von Krankheit und frühen Todesfällen in der Familie geprägt war, wirkt der Satz tröstlich und wird oft in Traueranzeigen verwendet.
Quelle: Edvard Munch, Notiz von 1890 (Munchmuseet, Signatur MM T 365, auf Norwegisch). Die verbreitete englische Fassung ist eine verkürzte, freie Wiedergabe des längeren Originals.